Ausrüstung
   

Schneeschuhe

Natürlich die wichtigste Sache!
Da gute Schneeschuhe sehr teuer sind, empfielt es sich, verschiedene Modelle zu mieten und damit längere Touren in unterschiedlichem Gelände zu unternehmen. So kannst Du ohne grossen finanziellen Aufwand abschätzen, ob Dich diese ruhige Sportart anspricht und welcher Schneeschuh Deinen Bedürfnissen am ehesten entgegenkommt.
In vielen Ferienorten können Schneeschuhe inzwischen gemietet werden, auch werden oft organisierte und geführte Touren aller Schwierigkeitsgrade angeboten.
Die nachstehenden Ausführungen über die verschiedenen Schneeschumodelle beruhen auf eigenen Erfahrungen. Sie sollen Dir ein wenig beim Entscheiden helfen. Wir führen allerdings nur diejenigen Marken auf, die wir selbst schon getestet haben. Natürlich kann es sein, dass Dir ein ganz anderes Modell besser zusagt.
Mit einer grossen Auswahl, einer überzeugenden Beratung und den wirklich günstigen Mietbedingungen bietet Fairtravel in Egg/ZH einen Rundumservice, den wir sehr geschätzt haben.


Atlas

Der stabile Aluminiumrahmen konnte überzeugen. Weniger gefallen hat uns die etwas grob gehaltene Harschkralle, sie hat sich im Sulz schnell einmal mit Schnee gefüllt und erschwerte das Gehen. Die flächige Bespannung wies am Testpaar bereits Abnützungen auf.
Top dagegen ist das Kindermodell von Atlas - es ist einer der wenigen Schneeschuhe, den auch Kleinkinder schon gut benutzen können. Der Schuh ist klein und ermöglicht deshalb dem Kind nahezu normal zu gehen. Die Harschkrallen sind auf die Grösse des Schuh's abgestimmt, was auf einer hart gefrorenen Oberfläche das Gehen etwas erschwert. Da muss dann eben Mamma oder Daddy etwas unterstützen.


Tubb's 

Ich hatte vor Kurzem die Gelegenheit auch ein Paar Tubb's zu testen. Ich war dabei zwar nur gerade eine Stunde unterwegs, konnte mir aber dennoch ein Bild machen.
Auch hier bildet ein stabiler Alurahmen die Basis, die Spitze ist mit einem festen Kunstoff ausgestattet. Die restliche Bespannung ist ähnlich gehalten wie beim Atlas. Leider weist auch hier die Harschkralle dasselbe Manko auf. Sie hat sich im sulzigen Frühjahrsschnee rasch gefüllt und musste öfters ausgeklopft werden.
Mehr Mühe hatte ich etwas mit der umständlichen Nestelei an der Bindung. Die feinen Schnüre können mit etwas Feuchtigkeit und Kälte kaum mehr gelöst werden.


Sherpa

Dies ist eindeutig unser Favorit, wenn er auch zu den teuersten Schneeschuhen gehört. Auch hier finden wir einen stabilen Alurahmen. Die Bespannung ist durchwegs aus einem stabilen Kunstleder gefertigt und mit Kunststoffschnüren verspannt. Auf die Bespannung bietet Sherpa lebenslange Garantie! Die Harschkrallen sind offener konstruiert, bieten guten Halt und vereisen nicht so schnell.
Überzeugen konnten auch die verschiedenen Bindungen. Sie ermöglichen einen raschen, unkomplizierten Ein- und Ausstieg.
Mich persönlich hat besonders die Lotus-Bindung überzeugt - einsteigen, an beiden Enden ziehen und hinter dem Schuh binden. Diese Bindung bietet nebst Komfort hervorragenden Seitenhalt.
Claudia hat sich für die herkömmliche Schnürbindung entschieden. Hier überzeugt die gute Fixierungsmöglichkeit. Das richtige Anziehen braucht aber doch etwas Routine.


Stöcke

Ohne gute Stöcke geht nichts! Am besten geeignet sind für das Schneeschuhlaufen Teleskopstöcke, die Du stets auf Deine Bedürfnisse einstellen kannst. Gerade bei langen Traversen können diese Stöcke unterschiedlich lang eingestellt werden, was das Gehen enorm erleichtert.
Natürlich tut's auch ein normaler Skistock. Dabei ist es angenehmer, wenn er länger ist als derjenige zum Skifahren, weil er anders eingesetzt wird.


Schuhe

Ein guter Schuh ist Gold wert! Er sollte nicht nur warm, sondern auch sehr stabil sein. Ein warmer Schneestiefel (z.B. von Sorel) eignet sich gut für kleinere, flache Touren. Sobald Du aber in steileres Gelände gehst, bewährt sich ein stabilerer Schuh. Aus diesem Grund haben wir uns einen Schalenbergschuh angeschafft. So etwas findest Du in guten Sportgeschäften mit Bergsteigerzubehör. Die Kunststoffschale bietet in nahezu allen Hanglagen guten Halt. Der thermo-isolierte Innenschuh gewährleistet auch bei mehrstündigem Aufenthalt im Schnee warme Füsse.
Zudem bietet uns der Schalenschuh die Möglichkeit, mit den Snowblades den Hang hinunter zu schwingen.


Bekleidung

Die normale Pistenbekleidung befriedigt bei diesem Sport nicht. Beim Aufstieg kann es schon mal recht warm werden und sobald Du Dich für eine kleine Pause hinsetzt, wird's sehr schnell sehr kalt.
Atmungsaktive Kleidung verhindert das Nasswerden durch Schwitzen und hält dadurch warm und sorgt für ein angenehmes Innenklima. Wetterschutz und Wärme sind dabei die Schlagworte - lass Dich in einem Fachgeschäft beraten. Gut bewährt hat sich auch Thermounterwäsche, sie nimmt Feuchtigkeit auf und trocknet sehr schnell.
Niemals verzichten solltest Du auf eine gute Gletscherbrille! Handelsübliche Sonnenbrillen sind für den Schnee ungeeignet, weil sie zuwenig Schutz bieten - Schneeblindheit kann die Folge sein.
Gute Handschuhe und eine Mütze oder Stirnband vervollständigen die Bekleidung.


Sicherheit

Wer sich abseits der Zivilisation in den Bergen bewegt, sollte unbedingt mit Lawinenausrüstung unterwegs sein. Dies heisst nun aber nicht, dass Du damit in allen Lagen in jeden Hang einsteigen kannst - Du bist damit lediglich für den Notfall gerüstet (siehe Verhalten)! Neben einem funktionstüchtigen Lawinensuchgerät (z.B Orthfox) gehören auch Sondierstange und Schaufel ins Gepäck. Ein Lawinenkurs zeigt Dir, wie Du diese Geräte handhabst.
Keine Tour ohne Lawineninfo! Sobald Du eine Tour abseits der gesicherten Gebiete planst, ist es ratsam das Lawinenbulletin zu konsultieren. Geh besser kein Risiko ein und verlege mal eine Tour bei kritischer Lawinensituation in flacheres Gelände.
Eine Reiseapotheke und eine Rettungdecke sind für Touren in den Bergen eine Selbstverständlichkeit. Auch sollten ausreichend Essen und Getränke (Süsses gibt Dir schnell Energie) vorhanden sein. Falls Du mal feststecken solltest, kann es Dir das Überleben erleichtern. Ein kleiner Gas- oder Spirituskocher kann hier gute Dienste leisten.

       
   
       
   
       
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aktualisiert am: 29.07.2008